Yachten, Rum und Wellblechhütten
Posted In: antigua, antillen, gregory, karibik, scott
Comments: No Responses
Vier Inseln auf den Kleinen Antillen: Antigua, die britische Kronkolonie Montserrat, Gouadeloupe nd Dominica. Vier kleine Paradiese, für Leute mit ausreichend Geld in der Tasche. Für viele Einheimische aber liegen über dem vermeintlichen Paradies dunkle Schatten.
Der Kanadier Gregory Scott ist der Liebe wegen in die Karibik gezogen. Von Ottawa nach Antigua. Er will dort nie wieder weg, sagt er. Das warme Wetter hält ihn. Aber auch in die Kultur und die Musik auf den Kleinen Antillen hat er sich verliebt. Greg Scott, der Hubschrauberpilot, fliegt das ZDF-Team mit Reporter Dietmar Schumann und Kameramann Frank Vieltorf auf einige der britisch und französisch geprägten Inseln in der südöstlichen Karibik.
Auf Antigua, seit 1981 unabhängig von Großbritannien, erleben die Reisenden große soziale Kontraste. Die Welt der Reichen mit riesigen Villen auf den Klippen über dem Strand. Die Yachthäfen und Segelreviere der Gutbetuchten. Die Einkaufsmeile am Hafen von St. Johns, auf der Kreuzfahrttouristen auf der Jagd nach zollfreien Schnäppchen sind. Eine Welt, die unerreichbar ist für viele Insulaner.
Ein Drittel der Einheimischen ist so arm, dass sie sich im Notfall keinen Arzt leisten können. Ihnen hilft Dr. Patrick Matthews, der “Robin Hood” von Antigua. In seiner Klinik müssen die Reichen zahlen, Politiker sogar den doppelten Preis. Dafür behandelt Dr. Matthews die armen Teufel gratis. Den Reichen nehmen – den Armen geben. Eine kleine Umverteilung des Reichtums von oben nach unten.
Nächste Station: Die britische Kronkolonie Montserrat, eine Vulkaninsel. Als der Soufrière im Sommer 1997 ausbrach, starben 19 Menschen. Über die Hälfte der Insel wurde unbewohnbar. Plymouth, die Hauptstadt, versank unter Lava und Asche. Ein Pompeji in der Karibik. Der amerikanische Kameramann David Lea hat die Katastrophe im Bild festgehalten.
Die schlechteste Elf der Welt
Greg Scott fliegt das ZDF-Team auch nach Guadeloupe. Ein Stück Frankreich in der Karibik, auch ein Stück Europäische Union. Man spricht französisch und zahlt mit dem Euro. Eine Insel voller sozialer Konflikte. Und: mit starken Gewerkschaften, die für gleiche Rechte und gleiche Löhne wie im Mutterland Frankreich kämpfen. Mit Erfolg, wie Arbeiterführer Alain Plaisir versichert.
Endpunkt der Reise ist die grüne Insel Dominica, wo der letzte Indiostamm der Karibik lebt und die Sängerin Michele Henderson. Ein Star in der Karibik. Ihre Musik: Soca, eine Mischung aus Soul und Jazz. Michele, in deren Adern auch Indioblut fließt, könnte eine Karriere in den USA starten. Doch sie will nicht weg von Dominica. Verließe sie ihre Insel, sagt sie, würden ihr die Wurzeln fehlen für ihre Musik.
Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

