Die Sonne als Energiesparlampe

Die Sonne als Energiesparlampe

Posted On: März 26, 2010
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Nicht nur Großstädte, sondern auch die großen internationalen Flughäfen verbrauchen sehr viel Strom. Ein Großteil der Energie fließt dabei in die Beleuchtung. Um Strom zu sparen, hat ein Lichtdesigner aus Österreich ein komplett neues Lichtkonzept entwickelt: umweltfreundlich, energiesparend und fast ohne Glühbirnen.

Der Changi Airport in Singapur zählt zu den wichtigsten Flughäfen weltweit. Er bildet das Haupt-Drehkreuz zwischen Europa und Südostasien. In der Woche starten und landen über 4500 Fluggäste – Gäste, die nicht im Dunkeln stehen wollen. Um Energie zu sparen, wurde für das im Jahre 2008 eröffnete Terminal 3 erstmals ein neues innovatives Lichtkonzept umgesetzt. Die Idee dazu kommt aus Österreich.

Christian Bartenbach ist Lichtdesigner und setzt auf die Sonne als natürliche Lichtquelle. Sein Ziel: Große Hallen wie die des Terminal 3 in Singapur mithilfe des natürlichen Tageslichtes so ausleuchten, dass zumindest am Tag komplett auf den Einsatz von Kunstlicht verzichtet werden kann. Denn Sonnenlicht spart Kosten und schont die Umwelt. Doch die preiswerte Sonne hat auch ihre Tücken. Je nach Tageszeit strahlt sie stärker, schwächer oder aus anderen Richtungen. Bartenbach und sein Projektleiter Christoph Gapp entwickelten deshalb ein System, das die Helligkeit im Raum optimal regelt – egal ob bei Mittagssonne oder Monsunregen.

Die Idee ist so einfach, wie genial. Schwenkbare Flügel aus Aluminium, angebracht auf dem Dach des Terminals, folgen dem Lauf der Sonne. Die Klappen dosieren das Tageslicht je nach Wetterlage und reflektieren das Licht über mehrere Aluminium-Spiegel vom Dach hinunter in die Flughafenhalle. Am Boden entstehen auf diese Art verschieden starke Lichtpunkte, die richtig ausgerichtet das komplette Terminal blendfrei mit Tageslicht ausleuchten.

Die Steuerung und optimale Ausrichtung der schwenkbaren Flügel übernehmen drei voneinander unabhängige Computer in der Schaltzentrale. Kameras und Sensoren liefern Daten über das Wetter und die Helligkeit im Terminal. Danach richtet sich die Steuerung der über 900 Flügelpaare. Im Notfall springt eine eigene Notstromversorgung an.

Die 52.000 Quadratmeter große Halle künstlich zu beleuchten, würde Unmengen an Strom kosten. Doch die ausgeklügelte Technik macht Kunstlicht tagsüber komplett verzichtbar und hilft damit, Energie zu sparen. Wenn in Singapur jedoch die Nacht anbricht, führt auch am Flughafen kein Weg mehr an Kunstlicht vorbei. Doch auch dafür gibt es eine kluge Lösung: Die Leuchten sind auf dem Dach montiert, außerhalb der Halle. Die Wärme der Strahler bleibt also außen, was bei der Tropenhitze im ganzjährig feucht-warmen Singapur eine große Entlastung für die Klimaanlage ist.

In seinem Lichtlabor in Österreich testet Bartenbach nicht nur neue Lichtkonzepte, sondern erforscht auch seit den 70er Jahren die Wirkung des Tageslichtes auf den Menschen. Seine Erkenntnis: Tageslicht führt bei den Probanden zu mehr Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Gleichzeitig sinkt die Fehlerquote bei Testaufgaben. Ein weiterer Grund also, um in Zukunft verstärkt auf Sonnenlicht zu setzen. Bartenbach jedenfalls ist sich sicher, dass mit intelligenter Architektur und Nutzung natürlicher Ressourcen aktiv gegen den Klimawandel vorgegangen werden kann.

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